Montag, 19. Dezember 2016

Die Bluesskala

Heute mal ein Beitrag über den ältesten Hut der Welt – die Bluesskala oder auch Bluestonleiter. Ist natürlich banaler Kram, was mich aber nicht daran gehindert hat, in die ansonsten nahezu perfekte "Harmonielehre für Gitarre" einen fetten Fehler reinzusemmeln.
Die Tatsache, dass erst ein Leser hierzu Rückmeldung schrieb, spricht für den Fleiß der Leserschaft.
Nun denn also, die Bluestonleiter. Welche natürlich kein "banaler Kram" ist. Das ist mir nur so rausgerutscht. Ehrlich!
Grundsätzlich entsteht die Bluesskala durch Hinzufügen der verminderten Quinte zur Mollpentatonik. Für uns Gitarristen hier in der klassischen Rock-Tonart Amin abgebildet:


Und diese Evolution natürlich auch noch als Tabulatur:




Ja, so kennt man das! Mit der oben abgebildeten Bluesskala kommen die meisten Musiker ein Leben lang durch. Diese Tonfolge kann man über Blues in A-Moll, A-Dur(7) und auch C-Dur(7) spielen (oder natürlich über jede Art von Musik, bei der es Euch passend erscheint).
Allerdings (mehr ist ja immer besser, gell?) gibt es noch eine weitere Bluenote, welche gerne in unsere Mollpentatonik bzw. jetzt Bluesskala integriert wird, und zwar die große (Dur-)Terz. Also:




Die rechts abgebildete Tonleiter kann dann meines Erachtens nicht mehr mit ruhigem Gewissen als "A-Moll" bezeichnet werden, da sie eben die Durterz enthält. Sie eignet sich von daher auch eher (besser: ausschließlich) für das Improvisieren über A-Dur(7)-Blues.
Die Bluesskala ist übrigens wie so vieles sehr schön bei Wikipedia (welche sich zum Jahresende immer über eine kleine pekuniäre Zuwendung freut – *** Wink mit dem Zaunpfahl***) erklärt. Hier steht nun auch folgendes:
Die Existenz von großer und kleiner Terz sowie reiner und verminderter Quinte in dieser Tonleiter soll es ermöglichen, die eigentlich im abendländischen chromatischen Tonsystem nicht vorhandenen, zwischen großer und kleiner Terz und reiner und verminderter Quinte liegenden Blue Notes dadurch anzunähern, dass die beiden benachbarten Töne nacheinander oder gemeinsam gespielt werden.
Das bedeutet, dass die vorgenommene Beschreibung und Notierung der Bluenotes nur eine ungefähre Annäherung ist, da sie eben zwischen kleiner und großer Terz bzw. verminderter und reiner Quinte liegen. Auf der Gitarre ist das Spiel der "echten" Bluenotes kein Problem, da wir den darunter liegenden Ton zur Bluenote hin benden (ziehen) können.

Abschließend sei noch angemerkt, dass die Bluesskala tatsächlich eine Allzweckwaffe ist, auch im Jazz. Gerade in Mollverbindungen oder in den allseits beliebten Dominantketten der Rhythm-Changes-B-Teile sehen auch Musiker mit beschränktem Skalenrepertoire aber gutem Bluesfeeling nicht alt aus. Wer's nicht glaubt, möge sich Aufnahmen von B. B. King mit diversen Jazzcombos anhören.

Euch allen frohe Weihnachten, bis bald

Euer

Gige

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